Handlung sein.

Handlung sein.

In der Erleuchtung werden wir zur Handlung, wir sind die Handlung ohne das Gewahrsein des SELBST zu verlieren. DAS ist immer da. Diese Art der Handlung ist eine ganzheitliche, vollständige und sehr kraftvolle „Tat“. Letztendlich ist alles immer DAS, doch eine Handlung, bei der das SELBST sich SELBST gewahr bleibt, ist schnörkellos und zielgerichtet, ohne persönliche Motivation. Sie ist klar und kraftvoll eine Handlung jenseits von Überschattung.

Der Begriff „Erwachen“

Der Begriff des Erwachens wird vielfältig verwendet, und ich denke es ist sinnvoll ganz genau hinzuschauen, was in den einzelnen Fällen genau damit gemeint ist, bzw. was sich dahinter für ein spezifischer Bewusstseinszustand verbirgt.

Erwachen wird z.B. bezeichnet als das plötzliche Aufwachen aus dem Traum der Illusion. In diesem Moment des Erwachens trittst du vollständig heraus aus der Wahrnehmung der relativen Welt, in dem du eintauchst in das absolute „Nichts“, das reine Bewusstsein, und dann unwiderruflich weißt: Die Welt ist Maya, Täuschung. Sie existiert in DIR, du erzeugst sie in jedem Moment, sie hat keine aus sich selbst heraus bestehende, von dir getrennte Existenz. Das, was du geglaubt hast zu sein, diese begrenzte Person, bist du nicht. Es gibt keine Schöpfung. Es gibt nur DICH als reines Bewusstsein.

Diese tiefe Erkenntnis/Erfahrung wird als Erwachen bezeichnet. Wenn dir dieses Erwachen widerfährt, fällt dir eine große Last von den Schultern, alle Anstrengung fällt ab, große Erleichterung tritt ein, eventuell begleitet von großem Gelächter. Die Suche ist beendet. Diese Erfahrung, wenn sie tiefgreifend ist und unwiderruflich, bringt einen Prozess des Loslassens und Erleuchtens in Gang. Jeder Glaube in dir, der noch an diese Welt als real und getrennt von DIR glaubt, wird im Sinne der neuen Erkenntnis überprüft und widerlegt. Das geschieht nicht rational, sondern ganzheitlich im Fluss des Seins und umfasst auch alle Ebenen des Seins: die rationale, emotionale und körperliche Ebene, sowie die systemische und universelle Ebene im späteren Verlauf. Es ist, als werde jede Zelle von dieser neuen Erkenntnis durchdrungen und umprogrammiert. Während dieses Prozesses, stehst du mit einem Bein in der relativen Welt und mit dem anderen Bein im Absoluten. Du bist dir deiner wahren Natur stets gewahr und erfährst die Gleichzeitigkeit von Dualität und Nicht-Dualität. „Gott“ ist auf die Erde gekommen, bzw. es ist erkannt und die permanente Erfahrung, dass alles „Gott“ ist. Es gibt nur „Gott“, reines Bewusstsein, das SELBST, Gewahrsein, Präsenz, wie auch immer man es nennen will. Es ist wie eine neue Geburt, ein zweites Leben in demselben Körper in tiefem Frieden und Gelassenheit und einem neuen Bewusstsein.

Vielleicht kann man dazu sagen, dass in diesem neuen Bewusstseins- und Seinszustand  transzendentales Bewusstsein während des Wachzustandes permanent vorhanden ist. Und dieses permanente transzendentale Bewusstsein bewirkt, dass das kleine Ich zum großen Ich, dem universellen ICH, transformiert wird. Alle Anhaftungen werden mit Hilfe des gleichzeitigen Standpunktes außerhalb der relativen Welt geschaut und gelöst.

Vielleicht kann man auch sagen, dass bei dieser Art des Erwachens, die Erkenntnis des Advaita Vedanta (die Erkenntnis der Nicht-Zweiheit/Nondualität), unzweifelhaft und sehr transformativ in das Bewusstsein kommt und diese Erkenntnis dann in einem mehr oder weniger langen Prozess verwirklicht werden wird. Diese Art des Erwachens scheint durch die Eingebung der Erkenntnis des Advaita Vedanta, wie eine Vorwegnahme, ein Impuls, eine Erkenntnis des „Endziels“, wo die Reise für den Menschen hingeht, einen beschleunigten Prozess in Gang zu setzen, der jetzt in diesen Zeiten einen großen Sprung des Bewusstseins initiiert.

Eine weitere, erweiterte Definition von Erwachtsein ist das vollständige Erwachen zum SELBST über die Dauer der Zustände des Wachens, Träumens und des Tiefschlafs hinweg. Das SELBST, das das reine Bewusstsein ist, immer da, nie abwesend, immer wach. Das SELBST, was sich stets selbst gewahr ist, rund um die Uhr, 24 Stunden lang. Es ist nichts mehr vorhanden, was das SELBST überschattet, zu keiner Zeit. Dies wird z.B. durch die transzendentale Meditation erreicht. Das Nervensystem wird durch die meist langjährige Meditation so in Ruhe gebracht, dass es Transzendenz permanent widerspiegeln kann.

Nun gibt es aber auch andere Arten von Transzendenz- und Erwachenserfahrungen, in denen nicht die Erkenntnis des Advaita Vedanta (Nicht-Zweiheit/Nondualität) gegeben ist. Da sind vielmehr Erfahrungen von Weite und Unbegrenztheit, Glückseligkeit und Frieden, Erfahrungen von Nichts, von Fülle und absoluter Freiheit, klares Sehen, vorübergehender Egolosigkeit und auch Wahrnehmungsveränderungen, die auftauchen und wieder vergehen. Es wird hier allerdings keine unwiderrufliche Erkenntnis gemacht. Jedoch bleibt die eindrückliche Erinnerung an die Erfahrung. Hier scheint es so zu sein, dass durch solche Erfahrungen gegebenenfalls eine Neuausrichtung initiiert wird, die die Gewissheit, diesen Weg weiter zu gehen, festigt und vorantreibt. Auch das ist sehr transformativ und empfiehlt die Ausübung weiterer Techniken, Praktiken, Übungen, um diese Transzendenzerfahrungen zu stabilisieren. Vielleicht könnte man dies als eine Art Aufwachen bezeichnen, erste Erfahrungen von Transzendenz, die vielleicht bestätigen, was immer schon unsere Ahnung war.

Das Getrenntheitserleben erzeugt den Glauben an ein materialistisches Weltbild

RebiPost

Die Unwissenheit über deine wahrhaftige Natur als reines Bewusstsein erzeugt ein Gefühl von Getrenntheit. Es erzeugt die täuschend echte Wahrnehmung, ein abgetrenntes Individuum zu sein, das sich als auf seinen Körper beschränkt wahrnimmt. Es nimmt sich wahr als ein kleines Menschenwesen in dieser großen Welt. Eine ganze Gesellschaft festigt diesen Glauben und schafft damit diese Art von Kultur, wie sie jetzt ist. Eine Gesellschaft, die völlig einem materialistischen Glauben aufsitzt und sich immer weiter von sich selbst entfernt, von dem Gewahrsein, was die Welt und du selbst eigentlich wirklich ist. Durch diese Entfernung von sich selbst, also dem Vergessen um die eigentliche Natur, entsteht Chaos und Leid. Unwissenheit ist die Ursache für Leid, weshalb es so wichtig ist, zu sich selbst zurückzufinden, um dann in Leichtigkeit die natürliche Ordnung sich wieder herzustellen zu lassen. Unwissenheit bezieht sich in erster Linie auf die Unkenntnis und das Vergessen-haben deiner wahren Natur, denn wenn dies wiedererkannt wird, dann fliegt jede andere Unwissenheit ganz natürlich beiseite und lüftet ewiglich die Schleier, die dich jetzt noch hindern am SEHEN. Dann aber siehst du was wirklich ist, und du siehst den Ursprung der Schöpfung in dieser Quelle von Formlosigkeit, und du siehst, dass auch du diese Quelle bist, und es nur diese Quelle gibt. Das erzeugt Demut, Hingabe und Ehrfurcht vor diesem Mysterium Schöpfung und ist der Quell ewiger Glückseligkeit und Frieden.

Durch Anhalten stoppen wir die Projektion, die Ursache für unser Getrennterleben ist. Anhalten geschieht dann, wenn ich mich vom „Außen“, meiner Projektionen abwende und mir selbst zuwende. Durch Selbstrückbezüglichkeit halten wir an und haben die Möglichkeit die Unmittelbarkeit des Augenblicks zu erfahren, der uns unsere wahre Natur offenbart. Verbleiben wir in der Erfahrung unser wahren Natur, tauchen wir in die Unbestimmtheit des Urgrundes ein und ermöglichen eine stimmige Schöpfung, gemäß der Naturgesetze. Die Welt um uns herum wird deutlich beeinflusst, da durch das Eintauchen in das aufgespannte Feld der Unbestimmtheit Muster, Selbstbilder und Weltbilder nicht mehr uneingeschränkt bestehen bleiben können. Formlosigkeit hält nichts in seiner Form, sondern lässt frei und ermöglicht Transformation und das Transzendieren von Identifikation.

Dein Leben, das größte Geschenk.

Das Leben als Mensch hier auf diesem Planeten ist das größte Geschenk. Nur durch dieses Leben haben wir die Chance zurückzukehren zum Gewahrsein unserer wahren Natur. Aus welchem Traum sonst sollten wir erwachen, wenn nicht aus diesem Lebenstraum. Das ganze Leben ist ein einziger Weckruf zurück zum Bewusstsein, was wir wirklich sind, dass wir unendlich sind, unsterblich, reines Bewusstsein, Glückseligkeit und Frieden…Unser Leben ist unser individuelles Konstrukt, das auf unseren spezifischen Unwissenheiten beruht, und das uns gnädig, gütig, wohlwollend den Weg zurückweist, indem es immer uns selbst widerspiegelt, uns zeigt, was wir noch nicht über uns wissen. Das Leben ist gütig, unendlich intelligent, und voller Liebe. Leider wird es meist falsch verstanden. Es wird nicht gesehen als das, was es ist, ein Ausdruck, eine Veräußerung von uns selbst, sondern als etwas, was getrennt von uns ist. Als etwas, was teils schicksalshaft daher kommt, worauf wir keinen Einfluss haben.
Doch wir haben Einfluss, denn in Wahrheit sind wir der Schöpfer unseres Lebens.
Wer sonst? Zunächst erschaffen wir unsere Realität unbewusst. Die Wahl unserer Eltern z.B, das ganze Setting suchen wir uns aus, gemäß unserer Unwissenheiten über uns selbst. Wir erzeugen genau das Umfeld, was wir brauchen, um am schnellsten wieder zu dem zurückzukehren, was wir wirklich sind. Nur sehen wir das nicht. Es bringt uns niemand bei, ganz im Gegenteil, wir werden sogar eher dahingehend trainiert, dass wir uns von uns entfernen. Wenn uns jemand sagen würde, wie das Spiel hier funktioniert von Anbeginn unserer Inkarnation, dann wäre sehr viel Leid erspart. Wir würden dann wissen, dass wir unser Leben sind, und könnten es, und damit uns, in Liebe erforschen. Unsere Unwissenheiten würden verschwinden und unsere wahre Natur als reines Bewusstsein sich offenbaren. In diesem wahren SELBST gegründet, wenn wir jeden Winkel in uns erleuchtet haben, werden wir dem Leben, welches wir selber sind, in Dankbarkeit, Demut und Hingabe „begegnen“ und wissen: es ist ein göttlicher Akt. Wir sind der göttliche Akt. Wir sind die Schöpfung.